07.09.2011 08:24:00 von Wolfgang Mayer
Munsters Stadtoberhaupt Adolf Köthe, Bernd Reichelt, Geschäftsführer der Stadtwerke Munster-Bispingen, sowie Stadtwerke-Mitarbeiter Manfred Terlutter sind mit einem weiteren Mitsubishi-Modell des Tpys i-MiEV schon vor Ort. Bruhn wendet den Wagen und stellt ihn neben dem weißen Auto der gleichen Marke ab. Die Präsentation der neuen „Strommobile“ der Stadtwerke kann beginnen. Und weil die Autos mit Ökostrom aus regenerativen Energien fahren, gibt es auch Unterstützung „von ganz oben“: Der Himmel leuchtet hellblau, die Sonne lacht.
Die beiden Energieversorger haben je einen Mitsubishi i-MiEV gekauft, um in Sachen Elektromobilität rechtzeitig am Ball zu sein. Mitarbeiter, die überwiegend innerorts unterwegs sind, werden die umweltfreundlichen Flitzer nutzen. Die Autos stehen den Unternehmen seit rund drei Wochen zur Verfügung und sind seitdem bereits rege genutzt worden. Die beiden Städte Soltau und Munster unterstützen das Konzept der Elektromobilität, das von der Bundesregierung am 18. Mai dieses Jahres verabschiedet worden war, ausdrücklich.
Auch die Stadtwerke Schneverdingen befassen sich mit dem Thema, verfolgen laut Bruhn indes „ein etwas anderes Konzept.“ Sollen nach und nach mehr umweltfreundliche Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein, so ist ein dichtes Netz von „Stromtankstellen“ unabdingbar. Deshalb wollen die Stadtwerke rechtzeitig aktiv werden. So werden demnächst zwei Stromsäulen in Soltau und eine in Munster aufgestellt. Die Stadtwerke Soltau gehen an die Standorte Parkplatz an der Therme in der Scheibenstraße und Blumenstraße/ Am Stadtgraben.
In Munster wird die Stromsäule am Standort der Stadtwerke am Rehrhofer Weg aufgestellt. Die Arbeiten werden in Kürze beginnen. „Es geht uns erst einmal darum, in der Heide ein Netz zu schaffen und Lücken zu schließen“, erläutert Bruhn. Das ist auch nötig, zumal die Reichweite der Fahrzeuge technisch bedingt begrenzt ist. „Diese Erfahrung haben wir bereits bei den umweltschonenden Erdgasfahrzeugen machen können: Erst wenn ein Netz von Tankmöglichkeiten vorhanden ist, werden auch die Fahrzeuge für einen größeren Teil der Bevölkerung interessant“, weiß Reichelt. Und weiter: „In Bispingen gibt es bereits eine Ladesäule beim ‚Snow Dome‘, demnächst könnte es dort eine weitere in der Ortsmitte geben." Insgesamt sei das Stromsäulennetz in Deutschland noch sehr dünn, „doch insbesondere in den Metropolen werden jetzt Ladesäulen errichtet", so Reichelt. „Aber in den Regionen außerhalb Hamburg oder Berlin gibt es zu viele weiße Flecken, und wir wollen mit unserem Konzept auch einen Beitrag zur Verdichtung des Netzes leisten.“ Die beiden Städte Soltau und Munster begleiten die Aktivitäten ihrer Stadtwerke, wie die beiden Bürgermeister bekräftigten. „Das ist ein vernünftiger Gedanke. Wir werden das unterstützen“, betont Ruhkopf. Er könne sich durchaus vorstellen, daß sich auch die Stadt ein Elektrofahrzeug zulege: „Es gibt ein interessantes Angebot.“ Sollten sich die Fahrzeuge der Stadtwerke bewähren, sollte sich die Stadt ein Fahrzeug beschaffen, „um einen Beitrag zur Co2-Reduzierung und damit zum Umweltschutz zu leisten.“.
Die Heideregion, da sind sich die beiden Bürgermeister einig, lebe auch und insbesondere vom Tourismus. Hier habe sich in den vergangenen Jahren deutlich ein Trend abgezeichnet, der weg von Emissionen und hin zu umweltschonenden Aktivitäten gehe. „Entscheidend ist es, die Stromtankstellen dort aufzustellen, wo die Touristen sind. Deshalb sollten auch beim Heide-Park und beim DOC Ladesäulen angeboten werden“, so Ruhkopf. Laut Reichelt und Bruhn setze der sanfte Tourismus zunehmend auf E-Mobilität mit Strom, der aus regenerativen Energien erzeugt wird. „Und nur dann macht E-Mobilität auch Sinn“, betont Bruhn. Die Stadtwerke, die ihre Städte in ihren Aktivitäten unterstützen wollten, setzten in Zukunft noch stärker auf Ökostrom: „In Soltau haben wir bereits seit 1. Januar 2008 unsere Stromlieferungen auf 100 Prozent Naturstrom umgestellt.“ Auch die Stadtwerke Munster-Bispingen hielten ein Ökostrom-Angebot vor. Und was haben die umweltschonenden Kleinwagen der Stadtwerke so drauf? 150 Kilometer reichen die Akkumulatoren des i-MiEV von Mitsubishi. Während einer Fahrt mit energiesparender Fahrweise können die Akkus sogar teilweise wieder geladen werden. Bis auf den Antrieb und die Möglichkeit der Ladung am elektrischen Netz unterscheidet das Auto nichts von anderen handelsüblichen Kleinwagen. Allerdings ist die Beschleunigung des i-MiEV im Stadtverkehr deutlich höher. Vier Personen haben im Fahrzeug Platz. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 Stundenkilometern.
Mit den Ladesäulen, die in Kürze errichtet werden sollen, ist ein schnelles Laden bei einer Ladeleistung von bis zu 22 Kilowatt möglich. In nur 30 Minuten könnte der i- MiEv so wieder 80 Prozent seiner vollen Kapazität erreichen - ideal, um beispielsweise kleinere Besorgungen währenddessen zu erledigen, um danach wieder zurückzufahren. Der Kunde ist nicht an den örtlichen Ladesäulen-Betreiber mit der Stromlieferung gebunden - er schließt in Soltau oder Munster einen Stromlieferungsvertrag für seinen Pkw ab und kann dann überall tanken. Für den Heimstandort gibt es preiswerte Möglichkeiten: Entweder der Pkw wird über Nacht an der Steckdose aufgeladen, oder der Besitzer beschafft sich eine Ladebox, die mit rund elf Kilowatt den Wagen in drei Stunden wieder aufladen kann. Entsprechende Angebote können bei den Stadtwerken erfragt werden. Beide Stadtwerke prüfen derzeit Möglichkeiten der Förderung der Beschaffung von Elektrofahrzeugen - ähnlich wie bei Erdgasfahrzeugen. Dazu Bruhn: „Wir möchten ein zwischen unseren Häusern abgestimmtes Konzept vorlegen, das wir in Kürze vorstellen werden - dann sicherlich zusammen mit der Einweihung der Ladesäulen.“
Quelle: www.heide-kurier.de